Das Modul besteht aus folgenden Lehrveranstaltungen
- Physikalisch-chemische Sicherheitstechnik I Vorlesung und Labor (je 1 SWS im 1. Semester)
- Physikalisch-chemische Sicherheitstechnik II Vorlesung und Labor (je 1 SWS im 2. Semester)
Lernziele
Vermittlung der Wissensbasis zum Verständnis der Eigenschaften und des Verhaltens gefährlicher Stoffe bzw. gefährlicher Güter sowie von gefährlichen physikalisch-chemischen Zuständen. Vermittlung von Kenntnissen über diejenigen stofflichen Eigenschaften, die zur Einstufung eines Stoffes bzw. Transportgutes als "gefährlich" im Sinne der international relevanten
rechtlichen Regelungen führen.
Die Studierenden sollen die internationalen Prinzipien der Klassifizierung von Gefahrgütern für alle Verkehrsträger und die europäischen Richtlinien für die Einstufung gefährlicher Stoffe vom Grundsatz her anwenden können. Ebenso soll das „ Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals (GHS)” der United Nations Economic Commission for Europe (UNECE) in
seinen Grundzügen verstanden werden.
In Ergänzung zur Vorlesung sollen im Labor die Kenntnisse über Kennzahlen zur Charakterisierung, Einstufung und Klassifizierung gefährlicher Stoffe durch eigene Experimente vertieft werden. Soweit im zeitlichen Rahmen möglich, sollen Stoffkenntnisse auf anschauliche Weise erworben oder erweitert werden. Die Beschaffung von Informationen über gefährliche Stoffe aus
Stoffdatenblättern und Stoffdatenbanken soll geübt werden. Die Studierenden sollen mit wichtigen Grundelementen der Risikokommunikation (Sicherheitsdatenblätter, Betriebsanweisungen u.a.)
vertraut werden.
Lehrinhalte
Vorlesung
- Sicherheitstechnische Kenngrößen zur Charakterisierung physikalisch-chemischer Gefahrenpotentiale
- Die wichtigsten Gefahreigenschaften gefährlicher Güter
- Die internationalen Gefahrgut-Klassen
- Prinzipien der Klassifizierung
- Gefährlichkeitsmerkmale von Gefahrstoffen
- Einstufung von Stoffen und Zubereitungen an Hand von Gefährlichkeitsmerkmalen
- Abriss des Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals (GHS)
- Grundlagen der Risikokommunikation bei logistischen Prozessen
Labor
- Bestimmung sicherheitstechnischer Kennzahlen, u.a. zu - sicherheitstechnisch bedeutsamen Materialeigenschaften:
- Aggregatzuständen und Phasengleichgewichten
- Brand- und Explosionsschutz
- Luftschadstoffen
- Eigenschaften von Elektrolyten in wässrigen Lösungen
- Vergleich mit Daten aus Stoffinformationssystemen
- Bewertung der eigenen Bestimmungen
- Erarbeitung von Anwendungsfällen
Vorkenntnisse
zu den Veranstaltungen des 1. Semesters
- Schulkenntnisse in Mathematik, Physik und Chemie
- Vorlesungsskript und Laborskript Schwanebeck sowie Teile von:
- Hering, E.; Martin, R.; Stohrer, M.: Physik für Ingenieure, Berlin 2002
- Flottmann, D.; Frost, D.; Roßwag, H.: Chemie für Ingenieure, Berlin 2004
- Czichos, H. (Hrsg.): Hütte, Berlin 2004 außerdem
- Klassifizierungsvorschriften der internationalen Gefahrgutvorschriften für Straße, Schiene, Binnen- und Seeschiffe und Luft
- Einstufungsvorschriften der BRD und der EU für Gefahrstoffe
- das Globally Harmonized System (GHS), jeweils in der aktuell gültigen Fassung.